Warum werden die Küken nicht gerettet?
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Die moderne Technik macht es uns möglich, via Webcam in die Storchennester
zu schauen und diese wundervollen Tiere beim Aufwachsen zu beobachten.
Leider zeigen uns die Webcams nicht nur die schönen Augenblicke von dem Leben im Nest!
 
In jedem Frühjahr gibt es diese Wochen, in denen es sehr kalt ist und es lange regnet.
Darunter haben besonders die größeren Storchenküken zu leiden.
 
Quelle: Webcam Bad Waldsee
 
Die Küken brauchen viel Wärme! Sind sie frisch geschlüpft,
 finden sie noch genügend Wärme unter dem Gefieder ihrer Eltern.
Sind sie aber älter als 2 Wochen, wie hier im Beispiel von Bad Waldsee,
können sie vom Altstorch nicht mehr gehudert (beschützt) werden.
Jetzt brauchen sie viel Nahrung, damit ihre Körper viel Energie/Wärme produzieren!
 
 
Sie wärmen sich zwar gegenseitig, aber bei andauerndem Regen sind sie nass bis
auf die Knochen und das bei sehr niedrigen Temperaturen.
 
 
Störche polstern ihr Nest dann gerne mit frisch gemähtem Gras, weil es beim Verrotten
Wärme abgibt. Aber dieses Gras verdichtet den Nestboden. Hält der Regen an,
 stehen sie dann noch zusätzlich im Wasser, was sich jetzt in der Nestmulde sammelt.
Frisch geschlüpfte Küken ertrinken darin.
Die größeren Storchenküken müssen mitunter tagelang im Wasser sitzen.
 Wenn dazu noch Temperaturen unter 10°C (Eisheilige und Schafskälte im Frühjahr)
kommen, ist ein Überleben bei anhaltendem Dauerregen kaum möglich!
 
 
Quelle: Webcam Bad Waldsee 
 
Sind die Küken schon älter als ca. 6 Wochen, dann macht ihnen die Nässe nicht mehr
ganz so viel aus, da sie dann schon fast ihr Erwachsenengefieder haben und so weit
in der Entwicklung sind, dass sie länger auf beiden Beinen stehen können. 
 
Solange es die Altstörche noch schaffen, genügend Futter ran zu schaffen,
 haben die Nestlinge eine Chance zu überleben. Eine fünfköpfige Storchenfamilie
 benötigt in der Aufzucht-Phase täglich rund 4,5 bis 5 kg Nahrung!
(je Altstorch ca. 500g und je Jungtier ca. 1200g)
 
 
Das Foto zeigt die Futtermenge, die 1 Storch in der Aufzucht-Phase pro Tag benötigt!
 
Der Storch ein Segelflieger und das funktioniert nur, wenn sein Federkleid geordnet ist!
Bei Regen saugt sich sein Gefieder voll Wasser und verklebt die Federn.
In einer Regenpause ist der Storch dann erst mal mit der Gefieder pflege beschäftigt,
ehe er sich in die Lüfte schwingen kann, um auf Futtersuche zu gehen.
Jetzt ist es sehr wichtig, das er in unmittelbarer Nähe zum Nest auf Beutefang gehen
kann und der Regen eine kleine Pause einlegt!
 
 
Bei anhaltendem Dauerregen schafft es der Storch nicht, sein Gefieder flugfähig
 zu machen. Die Küken sterben an Unterkühlung und Lungenentzündung
 oder verhungern, da ihnen die Nahrung und somit Energiezufuhr fehlt.
 
Das alles ist dem Webcam-Beobachter zu viel !!!
Er kann nicht zusehen, wie die Küken sterben!
Der Zuschauer will dass man die Küken aus dem Nest holt und sie gerettet werden!!!
Er macht dem Webcam-Betreiber Vorwürfe, weil er nicht eingreift + den Dingen seinen Lauf lässt!
Warum wurde das Nest im Herbst nicht für die neue Brut hergerichtet ...?
Warum hat man die Jungen nicht auf trockenes Stroh/Heu gebettet ...?
 
Also ...
Ein Eingreifen ins Nestgeschehen ist nur unter bestimmten Voraussetzungen
und einer Ausnahmegenehmigung möglich.
Sie benötigt die Zustimmung der Höheren Naturschutzbehörde,
denn obwohl der Storch dem Menschen so nahe ist, gehört er zu den Wildtieren!
Da sich aber noch beide Altstörche um ihre Nestlinge kümmern,
handelt es sich nicht um hilflose Jungstörche.
 
Die Webcam-Betreiber und Webseiten-Anbieter haben damit nichts zu tun,
 aber sie müssen die Beschimpfungen der Zuschauer ertragen.
Dies hat meistens das Abschalten der Cams zur Folge - und das kann es ja auch nicht sein!!!
Webcams sind dazu da, dass man von dem Verhalten der Störche lernt
und das ist nicht immer einfach, da die Natur auch sehr grausam ist!
 
 
Das Einbringen von trockenem Nistmaterial seitens des Storchenbetreuers,
oder das kurzfristige Aushorsten und trocknen der Jungtiere (wenn es denn
die Behörde erlaubt hätte), würde den Küken nur bedingt helfen,
denn wenn es danach weiter ununterbrochen regnet macht es keinen Sinn!
 
Das Herrichten des Nestes im Herbst, macht auch nur Sinn, wenn es wenig regnet!
Wenn der Mensch, nach der Entfernung von Grasklumpen, Pflanzengestrüpp
und Erdschichten, eine - ringsherum verdichtete Kuhle geschaffen hat, kann
diese bei Dauerregen leicht zur Sickergrube werden, in der die Küken ertrinken.
Ansonsten kann das Wasser im Extremfall höchstens mal fingerdick
 auf der ebenen Fläche im dann verschlammten Nest stehen.
 
 
Das Aushorsten (mit Zustimmung der Naturschutzbehörde) macht fachlich gesehen
keinen Sinn,  denn wir haben allein dank der Zoos schon mehr als genug
von Menschenhand aufgezogene Störche in Deutschland, die in NRW
(nach den gesetzlichen Bestimmungen) noch nicht mal ausgewildert werden dürfen!
 
Emotional kann ich diesen Gedanken natürlich verstehen ...
doch besser ist, der Natur ihren Lauf zu lassen.
 
Was können wir tun?
 
Durch den vermehrten und immer größer werdenden Anbau von Mais und Raps  fehlt
es dem Storch an Nahrungsgebieten! Für die Jungenaufzucht müssen diese in unmittelbarer
Nähe zum Nest (im Umkreis von 1 bis höchstens 3 km) sein.
Unser Augenmerk sollte darauf sein, die Wiesen wieder zu renaturieren,
um neuen Lebensraum für Storchennahrung zu schaffen!
 
 
Durch wahlloses aufstellen von Nisthilfen, sei es aus Image-Gründen,
 für den Tourismus oder andere Willkür,  kommt es dann
 zu solchen schrecklichen Szenen vor den Webcams, wo sich Tausende drüber aufregen!
 
Nur da, wo der Storch ohne die eingreifende Hand des Menschen überleben kann
und seine eigenen Wege geht, nur da ist die Natur noch in Ordnung!!!!
Und daran müssen wir vorrangig arbeiten!!!
 
 
                               

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Alle Infos habe ich selbst zusammengetragen.
Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, dann bitte ich dies
zu entschuldigen, denn ich bin keine Ornithologin!
Für einen freundlichen Hinweis wäre ich dankbar!
                         
                               

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