Was ist Kronismus?
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Kronismus beschreibt das Phänomen,
 dass Eltern ihre eigenen Jungen töten und danach aus dem Nest werfen oder selbst fressen.
                             
Hergeleitet wurde die Bezeichnung aus der griechischen Mythologie:
Der Titan Kronos war der jüngste Sohn der Gaia und des Uranos. Nach den Berichten Hesiods
wurde Kronos von seiner Schwester Rheia zum Gatten genommen. Aus Angst, selbst entmachtet
zu werden, fraß er jedoch fünf der Kinder, die aus dieser Verbindung entstanden.
Den jüngsten Sohn versteckte Rheia in einer Höhle des Berges Aigaion auf Kreta.
Dem Kronos überreichte sie einen in eine Windel gewickelten Stein. Er verschlang diesen,
ohne den Betrug zu bemerken, so dass Zeus ungestört heranwachsen konnte.
                             
Was genau das Verhalten des Kronismus beim Storch auslöst bleibt noch unklar.
Die Tat selbst ergibt sich aus mehreren Faktoren.
                             
Zum einen kann es ein Nahrungsmangel im Brutrevier des Storches sein.
 Durch das Töten des schwächsten Jungstorches (manchmal auch noch des Zweitkleinsten)
wird das Überleben der Verbliebenen gesichert.
Das gefressene Küken dient als Nahrung für den Altstorch.
                             
Dann spielt auch noch die aggressive Motivation (Kampfverhalten, durch Farbveränderung
des Federkleides) eine Rolle. Die am Nest ankommenden Eltern werden durch Klappern
und Bettelrufe der Jungstörche begrüßt. Inwieweit diese Rufe bei den von Altvögeln gefressenen
Nestlingen fehlten, ist bisher nicht bekannt. Aber durch die Farbveränderungen (verklebte Federn
an Kopf und Körper), gegenüber den anderen Küken, werden Aggressionen ausgelöst, die dieses
Verhalten beim Storch fördern. Hinzu kommt, dass männliche Geschlechtshormone die
Bereitschaft zur Aggression fördern können. Bisher sind dementsprechend mehr
männliche Weißstörche beim Kronismus beobachtet worden als weibliche.
                             
                             
(Das Foto von Helga Zimmermann ist bei der Fütterung mit Eintagsküken entstanden)
                             
Die Tat selbst gleicht dem Verhalten des Storches bei der Futtersuche (tot schütteln,
hochwerfen und abschlucken im Ganzen). Das Auffressen nach dem Töten muss nicht unbedingt
folgen; im Gegenteil - ein Abwerfen oder gar Wegtragen der getöteten oder
gestorbenen Jungen kommt häufiger vor.
                             
Das traurige Ende eines Kükens aus dem Storchennest in Vetschau, welches dem Kronismus
zum Opfer fiel, könnt ihr in diesem Video (etwa ab der 8. Minute) beobachten!
                             
              (Klick)            
                             
Bitte überlegt euch vorher genau, ob ihr euch das Video auch ansehen möchtet.
 Es ist nicht für schwache Nerven!
                             
In nahrungsarmen Jahren treten Kronismus und das Abwerfen von Jungen häufiger auf als sonst.
                             
Sehr verbreitet ist der Kronismus auch bei Eulen, Reihern und Greifvögeln
(beim Kondor wurde dieses Verhalten nicht beobachtet).
                             
                             

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